Die Zitrone

In: Allgemein

20 Okt 2009

Die Zitrone
Unser Auge hat sich an diese typische Zitruspflanze im Süden Europas schon gewöhnt:

Der westliche Teil des Gardasees von Limone bis Gardone Riviera ist der Schauplatz einer althergebrachten höchst interessanten Kultivierung von Zitruspflanzen. Mehrere Jahrhunderte lang gab die Zucht und der Handel mit diesen Früchten den Menschen Arbeit und den Händlern Wohlstand.
Wer in der Winterzeit an der Küstenstrasse entlangfährt, der sieht sie: imposante mit Holz- und Glaspanelen geschlossene Zitronengewächshäuser: die Limonaien.
Jetzt im nahenden Frühjahr werden diese geöffnet:
die Sonne kehrt zurück in die Limonaia!
Goldgelb und orange leuchtend strahlen sie uns entgegen, die schon reifen Früchte.
Daher interessiert sie uns besonders, die Zitrusfrucht: Zitrone

Botanik der Zitrone

Wissenschaftlicher Name: Citrus limon (L.) Burm, benannt im Jahre 1766
Gemeiner Name: Limone
Abteilung: Angiospermae
Klasse: Dicotyledones
Ordnung: Terebinthales
Unterklasse: Rosidae
Familie: Rutaceae
Subfamilie: Aurantioideae

Geschichte der Zitrone:

Herkunft und Verbreitung:
Indien, aber schon im 8. Jahrhundert a.C. im gesamten Raum Mittel- und Süd-Ost-Asiens verbreitet, auch in China und Birmania.
Danach Ansiedlung besonders am Mittelmeer Italiens, Sardinien und dem gesamten Süden Italiens, auch am mittleren Teil des westlichen Gardasees. Durch C. Kolumbus im Jahre 1493 wahrscheinlich in die heutige USA gebracht worden.

Beschreibung:

Der Zitronenbaum ist ein kleiner immergrüner Baum oder auch Strauch von 4-6 m Höhe, aber am Gardasee kann er auch eine Höhe von 10 m erreichen.
Ab halber Höhe beginnen am Hauptstamm die Verzweigungen.
Die Blätter
sind je nach Art oval und und am Rand leicht gesägt oder gezahnt, ca. 6 – 12 cm lang, sie haben oft einen geflügelten Blattstiel (Petiole) und setzen am Zweig im Zickzackwuchs (sympodial) an. Charakteristisch sind die vielen Öldrüsen an den Blättern, die ätherische, aromatische Öle enthalten.
Die Büten
sind zwitterhaft, wachsen einzeln oder in Trauben aus den Blattachseln neben den Dornen. Sie sind ziemlich gross und weiss, die Kelchblätter auch rosa – violett gefärbt und äusserst stark „parfümiert“.
Der Zitrusbaum blüht eigentlich das ganze Jahr über, mit Spitzenzeiten im Frühjahr und im Spätsommer. Die Frucht reift erst nach 1 Jahr.

Botanisch gesehen, ist die Zitrone eine Beerenfrucht, und der geniessbare Teil ist die innere Fruchthaut, aufgeteilt in Segmente. Diese enthalten deshalb Fruchtsaft, weil in den darin sitzenden Fruchtsegmentschläuchen Fruchtsäuren angefüllt werden, die durch Ausreifen in Fruchtzucker verwandelt werden und mit Wasser „verdünnt“ werden. Auch werden Mineralstoffe, Vitamine und Hormone in den Segmentschläuchen eingelagert, sozusagen als Reserven für Stresszeiten der Pflanze wie Trockenperioden.
Die Schale (Epikarp)ist dünn und ebenfalls reich an Öldrüsen, die aromatische Öle enthalten.
Technische Daten zur Kultivierung:

Von alters her werden an der Gardaseeküste von Limone bis Salò folgende Zitruspflanzen angebaut:
Citrus medica oder cedro= Zitronatzitrone
Citrus limon oder limone = Zitrone
Citrus sinensis oder arancio amaro = Apfelsine
Citrus aurantium oder arancio amaro= Bitterorange, Pomeranze
Citrus aurantium bergamina oder bergamotto = Bergamotte
Citrus nobilis o mandarino, historisch auch Portogallo genannt, = Mandarine

Die wichtigste Bedingung für erfolgreiche Kultivierung ist die richtige Temperatur. Besonders die Zitrone ist empfindlich, beste Wachsumtsaussichten bei 0° bis 38° C.
Die Pflanze kann erheblich durch Wind geschädigt werden, wenn z. B. die Blüten vertrocknen, aber auch leicht die Äste brechen.
Damit die Zitrone überhaupt erfolgreich für die Produktion von Früchten nutzbar ist, muss sie gepfropft werden. Auf eine Trägerpflanze, in unserem Fall die Pomeranze, wird die gewünschte Zitrusart aufgepfropft. Diese unterscheidet sich von allen anderen Zitrusbäumen durch viele Dornen, intensivereb Duft der Blätter, Blüten und Früchte. Auch ist sie widerstandsfähig gegen viel Krankheiten der Zitrone.
Sie braucht durchlässigen Boden und liebt keinen Wasserstau, denn sonst besteht die Gefahr der „Gummikrankheit“.
Kurios ist,
wie von den Wurzeln das Wasser aufgesaugt wird. Nachdem diese wenig Wurzelhaare haben, nehmen sie es durch eine Symbiose mit einem Pilz auf, der um die Wurzeln herum wächst, Ausläufer des Pilzes dringen in diese ein und werden dort mit Hormonen versorgt, während der Pilz die Auflösung der Nährstoffe übernimmt, was normalerweise die Wurzelhaare machen. Solche Mykorrhizien (Symbiosen) gibt es auch bei Eichen oder Kiefern.

Ein bisschen Geschichte…….
Seit dem Ende des 13. Jhd, gibt es am gardasee Zitronengewächshäuser (Limonaien), anfänglich enstanden sie um Gargnano, und wurden bis nach dem 2. Weltkrieg in Stand gehalten, als durch eine Reihe von sozio-ökonomischen und klimatischen Umständen der Anbau fast gänzlich aufgegeben wurde, das aus war eine schwere Krankheit der Bäume, die sich auf der ganzen Gardaseeküste verbreitete.
Kulturell und ambientalistisch gesehen, sind diese Limonaien von größter Bedeutung für das Verstehen des Lebens am Gardasee.

Wozu verwenden wir die Zitrone?
Vor Jahrhunderten schon haben die Menschen den gesundheitsfördernden Vitamingehalt erraten, ab dem 16. Jhd. n utzt man sie auch in der Kosmetik.
Im Jahre 1931 entdeckte man das Vitamin C, das gegen den Skorbut hilft.
Der frisch gepresste Zitronensaft hilft gegen Erkältungskrankheiten, Nierenentzündungen, bei Gicht, Arteriosklerosis und Rheumatismus u.a…..
Er wirkt desinfizierend und astringierend und wird sogar in Putzmitteln verwandt.
Schon bevor man aslo die Zitrone chemisch analysiert hatte, stellte man den therapeutischen, kosmetischen und reinigenden Aspekt fest, der sie schon vor Zeiten als essentielles und wertvolles Produkt bestätigte.

Das Rezept der Grossmutter:

Zutaten: 8 Zitronen, 1 kg Zucker, 5 dl puren Alkohols für Liköre

Zubereitung: wichtig ist, intakte Zitronen mit dünner Schale zu verwenden. Nach dem Waschen und Abtrocknen mit einem Kartoffelschäler nur die gefärbte Schale abschneiden. Die Schalen in ein Glasgefäß geben, den Alkohol darauf, hermetisch abschliessen. Das Gefäß für ca. 10 Tage in einen dunklen und kühlen Raum stellen. Nun den Zucker in 1 l Wasser auflösen, und 3 – 4 Minuten lang kochen, erkalten lassen und mit dem Alkohol mischen . Noch einmal für ein paar Tage ins Dunkle stellen , danach filtern und abfüllen,m
Und
Mit Ihren Freunden trinken

Salute!
Curin Renate
in Zus. arbeit mit Dott.ssa Lorenza Bonandini

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